Blog Samenpapier - Samenpapier
Frühling: Zeit für Samenpapier?
Die Idee: Wachstum symbolisieren!

 
Kürzlich kam ein Kunde mit der Bitte auf uns zu, einen Flyer auf Samenpapier zu drucken. Dieser sollte später eingepflanzt werden können und für eine „wachsende und blühende“ Zukunft sorgen. Natürlich war der Doppelsinn dabei die Marketing-Intention des Kunden. Nun hat Newprint zwar schon unterschiedlichste Projekte verwirklicht, aber den Druck auf ein samenhaltiges Papier noch nie. Aber wir wären nicht wir, wenn wir uns dem Projekt nicht angenommen hätten. Natürlich.
 

Was ist Samenpapier?

Als Samenpapier bezeichnet man handgeschöpfte Papiere, deren Zellstoffgemisch mit kleinen Pflanzensamen versetzt wird. In der Produktion müssen die Bögen dabei so schnell getrocknet werden, dass die Samen nicht schon im Herstellungsprozess keimen. Es gibt nur sehr wenige kleine Hersteller solcher Materialien. Die Materialvarianten sind begrenzt und die Beschaffenheit schwankt. Generell ist die Oberfläche von handgeschöpften Papieren extrem offenporig und stark saugend. Die Papiere sind nicht dünn, dennoch sehr labil. Auf die Pfanzensorten hat man keinen Einfluss.
 

Wie kann man Samenpapier bedrucken?

Als wir nach langer Suche endlich einen Hersteller in Holland gefunden hatten und erste Muster in der Hand hielten, mussten wir lernen, dass man das Material nicht herkömmlich bedrucken kann. Selbst wenn die unregelmäßige Oberfläche mit Laserdruck zu verarbeiten wäre, würde die bei der Fixierung entstehende Hitze die Samen abtöten, bevor sie überhaupt eine Chance hatten zu keimen. Aufgrund der Unebenheiten der Bögen kam auch Offsetdruck nicht infrage… Es blieb als einzige Möglichkeit der Tintenstrahldruck. Dieser hat aber den Nachteil, dass er beim Wässern (also wenn im Vorkeimstadium das Papier erstmals getränkt wird) ausblutet und der Druck mitsamt seiner Message verläuft…
 

Wie kann man Samenpapier verarbeiten?

Die Verarbeitung ist schwierig. Aufgrund der Oberflächen- und Kantenunregelmäßigkeiten ist eine Wiederholgenauigkeit des Druckbilds nicht zu erzielen. Damit wird ein doppelseitig deckungsgleicher Druck quasi unmöglich. Dies zeigt sich spätestens beim Beschneiden der bedruckten Bögen: Es kommt zum „springen“ der Ränder und immer wieder zu „Blitzern“. Eine 100%ig gerade Anlagekante zum Schneiden gibt es nicht.
 

Das Keimverhalten

Nach dem schließlich erfolgten Druck wollten wir wissen, wie es mit dem Keimen und Einpflanzen der Flyer nun weitergeht. In unserem Test haben wir das Papier zunächst ganz vorsichtig gewässert, um den Keimprozess in Gang zu setzen. Und tatsächlich: Nach einigen Tagen bildeten sich erste, winzige grüne Keime. Leider ist es uns aber trotz hingebungsvoller Pflege in unserem Büro, nicht gelungen, die gekeimten Minipflänzchen zu pflanzbaren Setzlingen heranzuzüchten. Sie gingen bei max. 6 mm Größe wieder ein. Keiner der Keimlinge in unserem Test überlebte.
 

Fazit

Finger weg! Samenpapier ist eine nette Idee – in der Theorie! In der Praxis fällt das Material aber durch: Es lässt sich weder vernünftig bedrucken noch kann man die Drucke hinterher sauber verarbeiten. Und das Wichtigste: Aus dem Samenpapier wächst nichts Bleibendes! Somit könnte sich die gewünschte Message (Wachstum und Blüte) schnell ins Gegenteil verkehren, wenn die Saat schon auf der Fensterbank wieder verkümmert. Wir bieten daher dieses besondere Material nicht (mehr) an, aber wir sind wieder um eine Erfahrung reicher! Das ist auch etwas wert.
 

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